89 000 Freiwillige, 60 000 Veranstaltungen und 1,6 Millionen mitgebrachte Gegenstände pro Jahr… Die Zahlen aus der weltweiten Umfrage unter Repair Cafés sind beeindruckend! Außer unserer Wirkung wurden auch Schwachstellen erfasst.
Ende vorigen Jahres hielten wir unser schon wieder viertes weltweites Forschungsprojekt unter Repair Cafés ab. Denn was erreichen Repair Cafés nun eigentlich? Und welche Bedürfnisse bestehen, um noch besser funktionieren zu können? Die Ergebnisse sind nun bekannt!
Teilnahme aus dreißig Ländern
Zunächst einmal konnten die britischen Forscher sich über eine außergewöhnlich rege Teilnahme an der Untersuchung freuen. Sie erhielten 946 Reaktionen aus dreißig verschiedenen Ländern, was einer Quote von 22,4 % entspricht. Die meisten Reaktionen kamen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.
Aus der Umfrage ergibt sich, dass Repair Cafés meistens an derselben Adresse stattfinden und das in der Regel einmal im Monat. Allerdings kann die Frequenz stark variieren, von einmal im Jahr bis täglich! Es finden schätzungsweise ganze 60 000 Repair-Café-Veranstaltungen pro Jahr statt, bei denen zusammen etwa 1,5 Millionen Besucher empfangen werden.

Viele engagierte Freiwillige
Bei Repair Cafés sind meistens 5 bis 19 Freiwillige pro Veranstaltung aktiv. Das ergibt einen geschätzten Bestand von insgesamt 89 000 Freiwilligen weltweit. Mehr als die Hälfte dieser Freiwilligen ist älter als 60 Jahre, während nur 5 % jünger als 25 Jahre ist. Auf die Frage, ob sie gern mehr jüngere Menschen hinzugewinnen möchten – sowohl als Freiwillige als auch als Besucher – antworten 86 % der Repair Cafés bejahend. Aus den Daten ergibt sich auch, dass jährlich mehr als 1,6 Millionen Gegenstände zu den Repair Cafés gebracht werden.
Wachstumsschmerzen durch den Erfolg
Über 80 % der Repair Cafés notieren die Reparaturdaten während des Repair Cafés auf Papier und 45 % geben diese Angaben später in ein elektronisches System ein. Ungefähr 6 % der Repair Cafés notieren überhaupt keine Angaben. Auf die Frage nach den Problemen beim Organisieren eines Repair Cafés geben die Teilnehmer die folgenden Punkte als wichtigste Probleme an:
- das Finden ausreichend geeigneter Freiwilliger (31 %),
- zu viele mitgebrachte Gegenstände (17 %),
- das Finden von Menschen, die eine führende Rolle übernehmen möchten (18 %).
Doch dies sind Schwierigkeiten, die durch den Erfolg verursacht werden. Die überwiegende Mehrzahl der Repair Cafés gibt an, dass sie gut funktionieren, ohne nennenswerte Probleme.
Eine Zusammenarbeit zwischen Universität und Repair Café International
Die vierte weltweite Repair-Café-Untersuchung wurde von den Doktoranden Peter Counter und Beth Quinton von der University for the Creative Arts in Farnham (VK) durchgeführt. Die Untersuchung wurde von Repair Café International und von Professor Martin Charter unterstützt.
Herzlichen Dank an alle, die an der Umfrage teilgenommen haben!
Mehr Information
- Aufnahme des Webinars vom 29. Mai, in dem die Forscher den Teilnehmern die Ergebnisse präsentieren.
- Die PowerPoint-Präsentation des Webinars.

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