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Das Europäische Parlament hat die Pläne für das Recht auf Reparatur verschärft. Den Parlamentariern gehen die Vorschläge, die die Europäische Kommission im Frühjahr dieses Jahres präsentierte, nicht weit genug.

Ersatzteile und Reparatur-Information auch für Repair Cafés

Das Europaparlament findet, dass nicht nur professionelle, markengebundene Reparateure Zugang zu Ersatzteilen, Reparatur-Information und anderem erhalten müssen, das notwendig ist, um kaputte Gegenstände reparieren zu können. Auch unabhängige Reparateure, Instandsetzungsbetriebe und Endgebraucher müssten davon profitieren können, zu einem angemessenen Preis. Damit kämen auch Repair Cafés in den Genuss all dieser Vorteile.

Zusätzliches Jahr Garantie und mehr Reparaturgutscheine

Ferner wollen die Parlamentarier die gesetzliche Garantiefrist für Produkte nach einer Reparatur mit einem zusätzlichen Jahr verlängern. Auf diese Weise werden die Verbraucher mit einer zusätzlichen Garantie belohnt, wenn sie sich dafür entscheiden, ein Produkt reparieren zu lassen. Die Länge der gesetzlichen Garantiefrist ist je nach EU-Mitgliedstaat unterschiedlich.

Doch auch bei Produkten, die nach der Garantiefrist kaputtgehen, will das Parlament Reparatur zusätzlich stimulieren. Zum Beispiel durch die Möglichkeit, dass Verbrauchern für die Dauer der Reparatur leihweise ein Ersatzgerät zur Verfügung gestellt wird. Auch müssen professionelle Reparaturen für die Verbraucher günstiger werden. Um dies zu realisieren, will das Europäische Parlament, dass mehr Länder nach dem Vorbild von unter anderem Österreich und Frankreich Reparaturgutscheine und andere finanzielle Anreize einführen.

Das Europäische Parlament einigte sich am 21. November unter anderem auf die oben genannten Verschärfungen. Das bedeutet noch nicht, dass diese nun gleich in Kraft treten. Den definitiven Inhalt des Gesetzes zum Recht auf Reparatur muss das Parlament noch mit dem Rat der Europäischen Union verhandeln, in dem nationale Minister aller Mitgliedstaaten vertreten sind. Dieser Rat gab am 22. November seine eigenen Vorstellungen zum Recht auf Reparatur bekannt.

Schön, wenn Freiwillige in Repair Cafés gegenüber professionellen Reparateuren nicht mehr benachteiligt werden‘

Martine Postma von Repair Café International hofft, dass die vorgeschlagenen Verschärfungen tatsächlich im neuen Gesetz aufgenommen werden. „Damit würden unsere Freiwilligen besser reparieren können und wären sie gegenüber professionellen Reparateuren nicht mehr benachteiligt. Das wäre schön. Wenn wir Reparatur attraktiver machen wollen, ist das auch ein absolutes Muss.“

Martine weist allerdings darauf hin, dass das Recht auf Reparatur vorläufig nur für eine kleine Zahl von Produktgruppen gelten wird, nämlich Waschmaschinen, Geschirrspüler, Trockner, Fahrräder, Kühlschränke, Schweißgeräte, Bildschirme, Server, Smartphones/Tablets und Staubsauger.

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