Selbst an deinem elektrischen Auto herumschrauben? Ein Team niederländischer Studierender der Technische Universiteit Eindhoven beweist, dass das möglich ist. Sie entwickelten ein elektrisches Stadtauto, das einfach zu reparieren ist und dadurch länger verwendet werden kann.
Nutzer können das Auto einfach selbst reparieren und sind für kleinere Eingriffe nicht länger vom Hersteller abhängig. Mit ihrem ’concept car’ wollen die Studierenden die Automobilindustrie inspirieren und zugleich europäische Entscheidungsträger herausfordern.
Das Modell T von Ford als Inspiration
Eines der ersten erfolgreichen Autos für den Normalbürger war das legendäre Modell T von Ford aus dem Jahr 1908. Ein einfach herzustellendes Modell, das sogar mit einer Werkzeugkiste geliefert wurde! Jetzt, über 125 Jahre später, ist das erste elektrische Auto an der Reihe, bei dem Einfachheit und Reparaturfähigkeit im Mittelpunkt stehen. Studierende übernehmen dabei eine Vorreiterrolle. Am 25. November enthüllten sie den ARIA: ein modulares elektrisches Auto für die Stadt, das man selbst reparieren kann.
Zu schnell abgedankt
Und das ist dringend nötig. Elektroautos werden immer schwieriger zu reparieren, lesen wir auf der Website der Technischen Universität. „Batterien sind oft fest im Fahrgestell eingebaut, Einzelteile sind nicht standardisiert und für unabhängige Werkstätten schwer erhältlich. Dabei herrscht ein Mangel an spezialisierten Fahrzeugmonteuren, wodurch Reparaturen länger dauern und teurer werden. Die Folge ist: Autos werden schneller abgedankt, als nötig wäre.“
Reparierbarkeit als neuer Mindset
Reparierbarkeit stellt nicht nur eine technische Herausforderung dar, sie erfordert auch einen anderen Mindset, lernen wir von den Studierenden. Es gelang ihnen zum Beispiel, die Verwendung von Klebstoff von 10-15 Kilogramm auf 250 Gramm zu senken. Auch entwarfen sie ein System von Schrauben, mit dem alle losen Teile einfach zu ersetzen sind. Und wie beim Ford bekommt der Wagen eine Werkzeugbox, damit man einfache Reparaturen schnell selbst ausführen kann. Zu guter Letzt gibt es eine spezielle App, mit deren Hilfe man jederzeit auf dem Telefon eine Diagnose stellen kann. 
Fons Weijts von Repair Café Woensel gab eine begeisternde Präsentation
Hut ab vor der jungen Generation
Fons Weijts, ehemaliger Mitarbeiter von Philips und Gründer von Repair Café Woensel, sieht viel Zukunftspotenzial in einer solchen weitreichenden Diagnosemöglichkeit. „Auch für andere Geräte, denn die Fehlersuche kostet immer viel Zeit“, erzählt er während einer begeisternden Präsentation. Peter Muileboom von Repair Café Blixembosch hat immer in der Automobiltechnik gearbeitet. Ob es ARIA auch in der Praxis geben wird? Er denkt, dass dazu noch ein langer Weg zu bewandern ist. Umso besser, dass eine junge Generation im Geist von Ford ein Auto entwirft, das durch jede und jeden zu reparieren ist. Repair Café International sagt „Hut ab“!




Suuuuuper!!!!!!
Bitte genau so in Serie herstellen, bevor Autos genaus zu „Wegwerfartikeln“ verkommen wie Zahnbürsten, Wasserkochern, Kaffeemaschinen und sonstigem. Als Mensch, der noch die 70er und 80er Jahre des letzten Jahrtausends erlebt haben und bisher keine Werkstatt benötigt hat, verzweifelt man an den aktuellen Fahrzeugen und insbesondere den Werkstattkosten. Sofern ich immer gedacht habe, die Generation „Z“ sei zu blöd um eine Ratsche in die Hand zu nehmen, meinen allergrößten Respekt an die jungen Herren aus den Niederlanden; noch ist anscheinend nichts „verloren“.
Viele Grüße,
Thomas Heym